Susanne Worschech

PORTRAIT

PHILOSOPHIE.
„Nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt.“

Richard R. Powell

Wenn ich eines in meinem Leben gelernt habe, dann dieses: Wir sind zu Gast auf dieser Erde, wir dürfen mitgestalten, können jedoch nichts festhalten. Dinge entstehen, wachsen, gedeihen und vergehen. Der Tontopf in meinen Händen – er ist aus Erde geformt, wurde mit Feuer gehärtet, mit Glasur versiegelt und kann doch plötzlich zerbrechen. Seinen Wert und seine Geschichte behält er jedoch, wenn ich ihn wieder zusammenfüge, die Scherben klebe und die Risse mit Goldlack veredele. Es entstehen RESILIENZEN. Wir können entscheiden, die Brüche und Narben zu verbergen oder diese Erfahrungen, die uns geprägt haben, zu nutzen und mit zarter Vergoldung zu zelebrieren, zu zeigen als unsere Form einer metaphorischen Vergoldung.
Kintsugi ist die japanische Kunst, Zerbrochenes mit Gold zu reparieren, unsere Geschichte zu erzählen. Die Brüche werden nicht versteckt, sondern bleiben sichtbar und werden zu etwas Wertvollem, etwas Resilientem. Hierbei entsteht der charakteristische Dekorationseffekt, in dem die Bruchlinien mit Silber, Platin oder Gold geadelt werden. Die Brüche des Lebens vergolden.…

POSITION. Im Projekt RESILIENZEN schaffe ich fragile keramische Objekte, welche mittels Kintsukuroi-Technik in die Stabilität gebracht werden. Mich interessiert die ästhetische Qualität der Risse und Brüche im keramischen Scherben und in der glasierten Oberfläche. Keramik steht symbolisch für Fragilität, aber auch Beständigkeit als Sinnbild für die dynamischen gesellschaftlichen sowie persönlichen Prozesse und Lebenswege. Ich untersuche die Dynamik, Qualität und Stabilität der Risse. Ich bediene mich der Rakutechnik (Reduzierender Glasurbrand im Freien mit spontaner Rissbildung der Glasur – dem Craqueleé – sowie der schockartigen Abkühlung der rotglühenden Keramik von 1000 C auf 20 C mit Wasser , um die Risse im Scherben zu provozieren) sowie der Urushi-Kintsugi-Goldlack-Technik, um die Splitter kunstvoll
zusammenzufügen. Die Erhabenheit und Resilienz der entstanden Stücke wird durch filigrane Sockel aus geschmiedetem Eisen betont. Farblich bewegt sich die Objektserie im traditionellen Schwarz-Weiss-Grau, akzentuiert vom Glanz des Goldlacks.

DOKUMENTATION. Die Dokumentation zeigt den Enstehungs- und Verformungsprozess
der Keramik. Geplant ist eine Fotostrecke sowie ein Booklet.

LYRIK. Leonard Cohen übersetzt das Thema Risse und Brüche mit dem Bild des Fensters, der Öffnung, durch welche das Licht strahlt. Eine wunderbar treffende Metapher in seinem Anthem:
„Ring the bells that still can ring
Forget your perfect offering
There is a crack in everything
That’s how the light gets in.“

Kintsugi 金継ぎ– the perfect imperfection ist auch bekannt als Wabisabi .
Wabisabi ist der ästhetische Überbegriff . Kintsugi etwas ganz Spezielles . Richard R. Powell fasst Wabi-Sabi so zusammen: „Es nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt: nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt.“
Jena, den 30.Juni 2020 Susanne Worschech

STATEMENT . Ich bin Bildende Künstlerin und arbeite bevorzugt mit dem Material Ton und Glasur. Schwerpunkt meiner Arbeit sind die Erprobung der Wirkung des erdenen Werkstoffes auf seine Aussagekraft. Die Spannung zwischen kühl und kognitiv geplantem Erscheinungsbild und dem sinnlichen warmen Reiz des Materials Ton ist das Feld, auf dem ich meine eigenen künstlerisch-gestalterischen Untersuchungen anstelle. Sie bildet die Quelle vielfältiger Antworten. Wenn man das Material Ton mit „Erde“ assoziiert, stellen meine Arbeiten Fragen nach dem Umgang mit dieser. Ich orientiere mich stark an der Formenlehre, der Farbenlehre, welche am Bauhaus gelehrt wurde, lege Wert darauf, „materialgerecht“ zu arbeiten, das Material in seiner Spezifik und Ästhetik wirken zu lassen, es nicht zu verfremden. Dieses mündet z.B. im Purismus meiner Lehmobjekte ( „Talking Timbuktu“), die als „work in progress“ im Regen verwittern dürfen, Landartpositionen, welche mit der Natur interagieren und begrünt werden ( „MoosSteine“) oder der rissigen Patina der gebrannten Keramikarbeiten ( „Raku.Quadrat“) . Hier bewege ich mich auf dem Spannungsfeld zwischen Design und freier Kunst. Ich definiere die entstandenen Arbeiten über ihre formal-ästhetischen, kognitiven und emotionalen Wirkungen. Wenn ich meine keramischen Arbeiten Revue passieren lasse, so haben sie sich von anfänglich funktional inspirierten Kuben, über die reine Fläche, zum Relief, dem Dialog mit kontrastierenden Materialien wieder hin zum Körper doch mehr und mehr „verselbstständigt“. Zunehmend untersuche ich sinnliche Qualitäten des Materials, der Struktur, der Farbe. Im Übrigen halte ich es mit Paul Klee: „Wir konstruieren und konstruieren und doch ist Intuition noch immer eine gute Sache.“ 1928

Die designierte Direktorin der Villa Massimo Rom – Dr.Julia Draganovic- beschreibt das so:

(es)….sind die Bilder oder Reliefs, die jeglichen Anspruch auf Design abgelegt haben. Auch hier, ja besonders hier leuchtet die japanische Ästhetik wieder auf: Vollkommen harmonisch ist nur das Unsymmetrische, das Rauhe, das Irritierende, dasjenige, was Spuren des Gebrauchs oder scheinbare Fehler aufwies. ….Spätestens hier wird deutlich, daß diese, was als Schaden erscheinen mag, Risse und Sprünge, Verfärbungen und Blähungen des Tons, fremdartige Einschlüsse durchaus beabsichtigt sind. Geplant, inszeniert bis ins Letzte sind sie nicht. Susanne läßt auch im Umgang mit dem Ton ein didaktisches Prinzip herrschen: Bedingungen herstellen, die die Entwicklung von Eigenheiten begünstigen. Sie provoziert, aber sie zwingt nicht. Natur soll auch im höchsten Grad der Gestaltung immer wieder hervorbrechen – das Quadrat, der…Rahmen, der strukturierte Hintergrund fangen die Ausbruchsversuche wieder auf.“ Dr. Julia Draganovic Villa Massimo Rom

1960 In Erfurt geboren

1979-1990 Studium der Kunst, Keramik, Plastik, Germanistik und Kunstpädagogik an der Universität Erfurt -Institut für Kunst- Vertiefungsstudium , wissenschaftliche Mitarbeiterin;

Seit 1994 freischaffend tätig im eigenen studio keramos

Lehrtätigkeit:

1990-92 Dozentin für Keramik und Plastik an der Erfurter Malschule

1992-94 Dozentin für Keramik und Plastik an der Fachoberschule für Gestaltung Walter Gropius Erfurt

2014 – 2016 Kunstdozentin Colegio Aleman Barcelona

2016 – 2018 Kunstdozentin Musik-und Kunstschule Jena

2019 Thüringer Institut für Lehrplanentwicklung Medien Thillm

Studienaufenthalte:

1998/2000 Mali Westafrika

2014-2016 Barcelona Spanien

Naples Florida, NYC

Berufsverbände :

Bundesverband Bildender Künstler Deutschland , Verband Bildender Künstler Thüringen , Bundesverband Kunst Handwerk Design , Asociacion Ceramistas De Cataluna Spanien,

artists unlimited USA , Naples Art Association

Realisierte Projekte:

Thüringer Landesvertretung Berlin „Thüringenbild“

Bundesagentur für Arbeit Erfurt „The Inner Forces“

Thüringer Ministerium für Kunst und Wissenschaft „Poesie“

Landesgartenschau Stadt Nordhausen, „Himmelstreppe“

Kunstwanderweg Kleinbreitenbach Skulptur

Gemeinde Herbsleben „Spargelspitzen“ Skulptur

Kommunale Immobilienverwaltung Jena „Pixelwand“ Schulfoyer

eon Energie Thüringen (Ankauf), Stadtwerke Erfurt (Ankauf)

Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (Ankauf)

Ausstellungen:

Barcelona/Spanien, Bozen/Südtirol, Perugia/Italien, Gubbio/Italien, Tampa/USA FL, Naples/USA FL, Hamburg, Mainz, Nürnberg, Berlin, Gera, Göttingen, Essen, Kunstmesse artthuer Erfurt

PREISE & STIPENDIEN

2. Platz Landart-Wettbewerb „Arche Nebra“ Kunststiftung Sachsen-Anhalt 2020

Internationales Symposium „klangform“ Kapellendorf 2009

Internationales Kunstsymposium Kleinbreitenbach 2014

Das sagen meine Teilnehmer

Vielen Dank Euch allen!

„liebe susanne, das war wirklich ein sehr schöner spargel tag ☺ die teilnehmer waren alle sehr zufrieden und wir sind vorfreudig auf das nächste treffen in apolda 🌞🌞🌞“

„Liebe Susanne Worschech, es war richtig nett und manches richtig neu und auch deshalb spannend und bringt gute Begeisterung. Für alles n.e. vielen Dank und freundliche Grüsse. Liebe Grüsse“

„Toll 👏 ist es gewesen 👍.
Schöne Bilder, vielen Dank 😊“

„Vielen Dank für den schönen Tag gestern.“

„Liebe Susanne, Ich grüsse Dich und das Atelier in Apolda sehr herzlich.Es ist dort wie in einem Zauberhaus, was da alles zu entdecken ist. Ich liebe alte Häuser, sie haben Vergangenheit und eine spannende Zukunft. Machen müssen wir es selbst. L.G.“

„Liebe Susanne, herzlichen Dank für das prompte Übersenden der so schönen, hand- und kopfgewirkten keramischen Kunstgegenstände in und aus der Werkstatt. Du hast uns gut und geduldig, mit viel Wissen als Künstlerin und Lehrerin geleitet, so dass alles so wie nebenbei zum Mitmachen möglich war. Danke! Ich denke mir so, dass wir , wohl die meisten von uns das gern wiederholen werden, : mit bestem Ton und gewandter Erklärung wird es wieder Spaß machen. Gute Gesundung und ein freundliches Enkelkind wünsche ich und ein wenig weniger heißen Sommer“

„Liebe Susanne, dem kann ich nur zustimmen, es war wirklich wunderbar. Vielen Dank dafür.“

„Das kann ich nur bestätigen, und wir hatten einen sehr guten Lehrer.“

„Danke für die einzigartigen Momente.“

„Liebe Susanne! Hab Dank für die Chance, daß ich bei Dir die Miniatur „Die innig Verbundenen“ schaffen konnte.“

„Liebe Susanne. Ich freue mich über das wunderschöne Bild aus deiner Ausstellung. Es ist ein Weihnachtsgeschenk für meine Tochter Susana und wird in ihrer Wohnung in Palamós (Costa Brava) einen guten Platz finden. 😘😘“